Abelmoschussamen

ganz - gemahlen - ätherisches Öl

Abelmoschussamen - die exotischen Samenkörner mit dem moschusartigen Duft

Man nennt sie Moschussamen, Bisamkörner und Ambrettesamen - die Abelmoschussamen. Mit ihrem betörenden moschusartigen Duft finden die winzigen, dunklen Samen des Abelmoschus und das daraus gewonnene wertvolle ätherische Öl vielseitige Anwendung in der Kosmetik, der Lebensmittelindustrie und in der volkstümlichen süd-, ost- und südostasiatischen Heilkunde.

Botanik des Abelmoschus

Abelmoschussamen (Abelmoschi semen) sind die reifen, getrockneten Samenkörner des Abelmoschus (Abelmoschus moschatus). Abelmoschus gehört zur Familie der Malvengewächse und ähnelt in seinem Wuchs sehr dem Hibiskus, auch, wenn dieser zu einer anderen Pflanzengattung zählt. Abelmoschus stammt aus den Tropen und Subtropen beiderseits des Äquators. Das Hauptanbaugebiet erstreckt sich von Indien über ganz Südostasien, wo alle Pflanzenteile des Abelmoschus seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin und als Nahrungsmittel verwendet werden. Abelmoschus ist eine einjährige, bis zu zwei Meter hohe, krautige Pflanze mit etwa sechs Zentimeter großen, farbenprächtigen Blüten. Abelmoschus bildet längliche bis eiförmige, behaarte, bis zu 25 Zentimeter lange Fruchtkapseln aus, in denen sich die in der Regel circa drei Millimeter, manchmal auch bis zu zehn Millimeter langen, nierenförmig gebogenen Samen befinden. Die harten Samen sind seitlich eingedellt, von dunkelbrauner bis gräulichschwarzer Farbe mit helleren Rippen.

Gewinnung und Lagerung der Abelmoschussamen

Die reifen Fruchtkapseln werden von der Pflanze abgetrennt und an der Luft so lange getrocknet, bis die Samenkörner herausfallen. Daneben ist auch das Dreschen der Fruchtkapseln üblich. Aufgrund des intensiven und überdeckenden Eigengeruchs sollten Moschussamen immer separat gelagert werden, wofür textile Säckchen empfehlenswert sind. Das Moschusaroma tritt auch beim Zerkauen oder Zerquetschen sowie beim Erhitzen von Moschussamenpulver, das je nach Samenfarbe eine mehr oder weniger dunkelbraune Farbe besitzt, aus.

Das wertvolle Moschuskernöl

Aus Abelmoschussamen wird durch Wasserdampfdestillation Moschuskernöl gewonnen. Moschuskernöl wird in der Parfümindustrie als Ambretteöl bezeichnet und dient als pflanzliche Alternative zum kostbaren echten Moschus, der aus den Drüsen der vom Aussterben bedrohten Moschustiere entnommen wird. Das ätherische Öl kommt hauptsächlich in der Schale vor und riecht moschusartig, leicht fruchtig, blumig und süßlich. Moschuskernöl wird zudem bei der Likörherstellung, insbesondere für Magenbitter, benutzt. Das aromatische Öl der Moschussamen kann darüber hinaus alkoholfreien Getränken und Süßspeisen zugegeben werden. Mit dem typischen Moschusaroma können außerdem Tee und Kaffee angereichert werden, je nach gewünschter Geschmacksintensität sind pro Tasse drei bis maximal fünf Samenkörner ausreichend.

Moschussamen zum Räuchern

Der moschusartige, sinnliche Räucherduft von Abelmoschussamen hat eine beruhigende Wirkung auf Körper, Geist und Seele. Zum Räuchern werden einzelne Samenkörner auf die Glut gegeben. Alternativ können gequetschte Samenkörner auf einem heißen Stein erwärmt werden.

Moschussamen in der Volks- und Naturheilkunde

Die Wirksamkeit von Zubereitungen aus Abelmoschussamen zur innerlichen und äußerlichen Anwendung ist nicht wissenschaftlich belegt und begründet sich nur auf Überlieferungen. Vor allem in der traditionellen ayurvedischen und chinesischen Medizin wird bei Kopfschmerzen zu Moschussamen gegriffen. Im asiatischen Raum gelten Abelmoschussamen als Aphrodisiakum. Moschussamen wird eine heilsame Wirkung bei seelischer Verstimmung, Durchblutungsstörungen, Gliederschmerzen, Schlangenbissen und krampfartigen Erkrankungen des Verdauungstrakts zugeschrieben. Das Kauen ganzer Samenkörner behebt Mundgeruch. Die Homöopathie setzt den Samen des Abelmoschus bei Beklemmungsgefühl im Brustkorb ein. Daneben werden Abelmoschussamen wegen ihrer stimulierenden, stärkenden, reizlindernden, entzündungshemmenden, wundheilenden, zusammenziehenden, schleimlösenden, hustenstillenden, krampflösenden, abführenden, verdauungsfördernden, appetitanregenden und harntreibenden Eigenschaften geschätzt.

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